BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Wiehl

Großes Interesse: Infoabend zu erneuerbaren Energien

Großes Interesse an erneuerbaren Energien in Wiehl

Das Marienhagener Gemeindehaus platzte zum Infoabend „Erneuerbare Energie für Wiehl“ aus allen Nähten. Die etwa 40 von den Veranstaltern im Saal aufgestellten Stühle waren schnell besetzt, und auch die kurzfristige Verdopplung der Sitzplätze reichte nicht aus, so dass viele Besucher stehen mussten.

Die Moderation des Abends übernahm kurzfristig Jürgen Körber, da der Landtagsabgeordnete Marc Zimmermann aktuell wegen der noch andauernden Koalitionsverhandlungen nicht an öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen darf.

Manfred Fischer (NOVE e.V. und Umweltbeauftragter des Kirchenkreises an der Agger) eröffnete die Reihe der Kurzvorträge mit einer Bestandsaufnahme und aktuellen Daten zu regenerativen Energien im Oberbergischen und Wiehl. Zurzeit stammen nur etwa 8,2% der in Oberberg erzeugten Energie aus erneuerbaren Quellen, in Wiehl beträgt der Anteil nur 4,2%. Doch hier ist gerade viel Bewegung drin, denn die PV-Förderprogramme von Wiehl und anderen Gemeinden sowie die aktuelle energiepolitische Situation sorgen für einen spürbaren Ausbau der Solarenergie. Schleppend geht es dagegen bei der Windkraft voran. Die Möglichkeiten im Bereich der Wasserkraft sind weitgehend ausgeschöpft. Eine Prognose des LANUV hat ergeben, dass das Potential der lokalen Erzeugung erneuerbarer Energie in Oberberg bei knapp über 100% liegt – es ist also noch viel Luft nach oben!

Wie eine Photovoltaikanlage funktioniert, und was beim Einbau zu beachten ist konnte Joachim Tellesch (Firma TellSolar Technik) detailreich anschaulich machen. Im Moment ist das Interesse groß, so dass man sich auf längere Wartezeiten einrichten muss. Um die Abhängigkeit vom chinesischen Markt zu verringern, werden auch in Deutschland wieder Anlagen zur Produktion von PV-Technik aufgebaut.

Torsten Richling (Energiebeauftragter der Stadt Wiehl) stellte den Wiehler Leitfaden für nachhaltige Politik „Wiehlklima 35“ vor und berichtete vom großen Andrang auf die Fördergelder. Der erste Fördertopf von 50.000 war schnell leer und wurde kurzfristig verdoppelt. Die Stadt hat derzeit 115.000 € an Fördermitteln für private Solaranlagen genehmigt. Weiteres muss durch den Rat beschlossen werden. Eine Neuauflage in 2023 ist erwünscht. Einiges wurde in Wiehl in städtischen Gebäuden schon umgesetzt: Genannt wurden die Dachanlage auf dem DBG, verschiedene Blockheizkraftwerke und allein die Isolierung öffentlicher Gebäude erbrachte teilweise eine Reduzierung des Gasverbrauchs um 75%.
Die nicht nur in Marienhagen bestehende Problematik der Genehmigung von PV-Anlagen bei denkmalgeschützten Gebäuden, wird den Wiehler Stadtrat und vor allem die Verwaltung in nächster Zeit sicher beschäftigen. Hier muss die Stadt Entscheidungen treffen, denn das neue Denkmalschutzgesetz legt diese Fragen in die Hände der unteren Denkmalbehörden vor Ort.

Auch das Thema Wärmeerzeugung, welches durch Christian Budde (Aggerenergie) anschaulich dargestellt wurde, traf auf reges Interesse. Da aktuell nicht nur für die fossilen Brennstoffe Gas und Öl die Preise durch die Decke gehen, sondern auch Holzpellets rasant teurer werden, stellte Budde in erster Linie verschiedene Varianten von Wärmepumpenheizungen vor. Letztendlich muss bei Bestandsbauten immer im Einzelfall entschieden werden, was möglich ist. Vor jeglicher Maßnahme zur Einsparung von CO2 am Haus, egal ob Wärmedämmung, Heizungserneuerung oder Solarenergie sollte man eine Energieberatung in Anspruch nehmen. Die Kosten werden zu 80% von der BAFA erstattet, es bleibt ein Eigenanteil von circa 300€.

Abschließend berichtete Thomas Willmer über die Entstehungsgeschichte und die Erfolge der Energiegenossenschaft Bergisches Land. In dem Bereich der gemeinschaftlichen, dezentralen Nutzung erneuerbarer Energien liegt sicher ein großes Potential auch für Wiehl. In den anschließenden Diskussionen wurden hierzu schon Ideen entwickelt. Ob in Kooperation mit der EGBL oder als eigener Wiehler Energie-Verein oder Genossenschaft, hier wird sich sicherlich in Zukunft etwas tun.

Der Verein NOVE e.V. und die Wiehler Grünen bedanken sich nochmals ganz herzlich bei allen Vortragenden, bei der Kirchengemeinde, allen Helfer*innen und natürlich den vielen interessierten Wiehler Bürgerinnen und Bürgern.

Wir planen weitere Veranstaltungen, unter anderem wird Marc Zimmermann die Ergebnisse der Koalitionsverhandlungen in Düsseldorf vorstellen und sie auf Wiehl herunterbrechen.  Zudem gibt es einige Fragen, die wir am 20. noch zurück gestellt haben, wie z.B. zu Kleinwindrädern und „Balkonsolarmodulen“. Auch diese wollen wir in einer weiteren Veranstaltung beantworten. Auch zur Thematik des Umbaus der Landwirtschaft in der Region bereiten wir eine Diskussionsrunde vor.

Die Programmübersicht kann hier noch eingesehen werden: https://www.gruene-wiehl.de/termine/erneuerbare_wiehl/

UCB

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