BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Wiehl

Großer Zuspruch bei Demonstration gegen Nazis und Rassisten

Großer Andrang bei Demonstragion gegen Nazis und Rassisten

Wie in vielen anderen Städten und Gemeinden Deutschlands gab und gibt es auch bei uns kurzfristig organisierte Demonstrationen, nachdem die menschenverachtenden Inhalte eines Treffens rechter Aktivisten, Politiker und Extremisten in Potsdam an die Öffentlichkeit gekommen waren (https://correctiv.org/aktuelles/neue-rechte/2024/01/10/geheimplan-remigration-vertreibung-afd-rechtsextreme-november-treffen/ ). Vor dem Oberbergischen Wahlkreisbüro der AfD kamen 400-500 Menschen zusammen und machten lautstark und auf Plakaten deutlich, dass in Oberberg die Demokratie gegen Angriffe von rechts verteidigt wird.

Zu der Demo gegen Rechts hatte das „Spontane Bündnis gegen Rassismus“ aufgerufen, bei der Organisation unterstützte der Verein „Oberberg ist bunt, nicht braun”. Unter den Rednern waren auch Grüne, wie zum Beispiel Grünen-Kreistagsmitglied Ralf Krolewski und der Sprecher der Grünen Oberberg Julian Münster. Julian ist Mitglied des Wiehler OV und hat uns den Text seiner eindringlichen Rede zur Verfügung gestellt:

 
 

Liebe Demokratinnen und Demokraten,
und wieder stehen wir hier, denn wieder hat sich der Faschismus bei uns im Kreis offenbart.
Die Enthüllungen zu den Deportationsplänen von Millionen von Mitbürgerinnen und Mitbürgen sind entsetzlich!
Wirklich überraschen können uns diese nationalsozialistischen Wahnvorstellungen aber nicht.

Liebe Demokratinnen und Demokraten,
wir müssen uns bewusst sein, dass sich dieses demokratiefeindliche Gedankengut immer weiter in bestimmten Teilen der Gesellschaft etabliert.
Und wir müssen uns bewusst sein, dass es sich bei diesem nun aufgedeckten Treffen in Potsdam um keinen Einzelfall handeln wird.
Die Recherche von correctiv verdeutlicht: Auch wir – hier in Oberberg – sind betroffen.
Die Teilnahme von zwei Oberbergerinnen an dem konspirativen Treffen ist schockierend. Aber letztlich ist doch nur ein weiteres Fragment in dem sich abzeichnenden Bild.
Ein Bild von menschenfeindlichen Machenschaften und der Verbreitung von rechtsextremen und völkisch-nationalem Gedankengut – auch hier bei uns im Kreis.
Es liegt nun an uns.
Es liegt nun an uns, diesem Gedankengut entschieden entgegen zu treten.
Die oft beschworene „Brandmauer gegen rechts“ muss von uns, den Demokratinnen und Demokraten, parteiübergreifend gestützt werden.
Wir dürfen uns daran erinnern – lebendige Demokratie bedeutet auch Protest. Protest, in Anbetracht der vielen Herausforderungen unserer Zeit, ist in unserem System ein gewünschtes demokratisches Mittel.
Die Proteste der vergangenen Monate, wie von der letzten Generation oder Landwirtschaft, bestätigten und stärkten unser System.
Im krassen Gegensatz hierzu steht das System der Gleichschaltung, nach dem die AFD giert. Ein System wie etwa dem russischen, das vorsieht, dass wir bei allen Fragestellungen einer Meinung sind.
Doch so ein System ist keine lebendige Demokratie.
Die Demokratie sieht vor, dass wir streiten, dass wir diskutieren und ringen.
Und sie sieht vor, dass wir zusammenstehen, um unsere Grundwerte zu verteidigen.
Und sie sieht vor, dass wir uns schützend vor die Menschen stellen, die bei uns Hilfe und Zuflucht vor Verfolgung und Krieg suchen.
Wir stehen heute wieder hier.
Zum dritten Mal und zum dritten Mal sind wir mehr geworden.
Zum dritten Mal sind wir mehr als die da drüben.
Wir setzen hier ein klares, ein energisches Zeichen für ein weltoffenes, für buntes, ein lebendiges Oberberg.
Und wir senden zusammen eine laute Botschaft gegen Hetze,
wir senden eine Botschaft gegen Fremdenfeindlichkeit,
wir alle senden zusammen eine Botschaft gegen Faschismus.

 

 

Am 27.01. wird es in Lindlar und auch auf dem Gummersbacher Lindenplatz weitere Aktionen geben. Die Kundgebung in Gummersbach eine gemeinsame Initiative von Jugendorganisationen der Parteien. Der 27. Januar ist passenderweise auch der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.

Weitere aktuelle Beiträge: